Im ersten Teil wird darauf hingewiesen, daß bisherige Auswirkungen
des Internet (Online Brokerage, Handy Banking usw.) die Strukturen des
Geschäfts i.W. nicht verändert haben. Es handelt sich um die
selbst Geschäftsmodelle, wie in der Vergangenheit - nur auf elektronischer
Basis. Im Gegensatz dazu werden Beispiele, vorwiegend aus anderen Branchen,
gezeigt, wo nicht nur das klassische Geschäft elektronifiziert wurde,
sondern ganz neue Spielregeln aufgestellt werden.
Diese neuen Regeln sind:
Zur strukturellen Umstellung wird ein vernetztes Modell der Wirtschaft vorgestellt. Durch die flexible Vernetzung kleinerer, spezialisierter Einheiten, können den neuen Herausforderungen bzgl. Komplexität, Beweglichkeit, Kosteneffizienz und Marktzugang entsprochen werden. Es wird eine Perspektive speziell für die Finanzdienstleister in Form eines 3-Banken-Modells entworfen, in dem sog. Vertriebs-, Portfolio- und Vertriebsbanken zu einem schlagkräftigen Netz verknüpft werden. Das Phänomen der Co-opetition - daß sich auch Wettbewerber punktuell gemeinsam zusammenschliessen - wird in diesem Zusammenhang demonstriert. Die Vernetzung in der Bankenlandschaft wird aber auch über Branchengrenzen hinaus erfolgen, um so Zielgruppen-orientierte Gesamtlösungen für Kunden bereit zu stellen. Es wird gezeigt, daß diese Trends (Vernetzung der Banken, Kooperation von Wettbewerbern, Branchenübergreifende Vernetzung) heute schon im Ansatz beginnen und eine Zukunftsvision hieraus vorgestellt. Daß dies nicht nur eine Umstellung der Strukturen der Wirtschaft sondern auch der Qualifikation der Mitarbeiter und Verantwortung der Führung bedeutet ist davon abzuleiten.
Neben den strukturellen Veränderungen aller Branchen, wird auch die Erfordernis aufgezeigt, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Am Beispiel der Druckindustrie wird gezeigt, daß neue Wertschöpfungsketten entstehen, in denen das bisherige Kernprodukt nur noch ein, evtl. austauschbares, "embedded product" in einer Gesamtlösung ist. Übertragen auf Banken heißt dies, daß auch hier nicht nur die klassischen Produkte weiter, sei es in elektronischer oder in klassischer Form, angeboten werden müssen, sondern daß die Banken ihren Kunden Komplettlösungen anbieten müssen. Dies bedeutet ein viel tiefere Verzahnung mit dem Kunden, die für die Banken sehr vorteilhaft sein wird aber auch entsprechende Vertiefung und Spezialisierung in die Business-Welt des Kunden bedeutet. Erste Ansätze für diese gesamthaften, neuen Geschäftsfelder bei Kunden für Banken werden umrissen.
Zusammenfassend wird gezeigt, daß die Welt im Zeitalter des Internet dramatisch anders sein wird. Das klassische Geschäft weiter zu betreiben und dabei ein wenig zu elektronifizieren bzw. Kosten zu sparen wird nicht ausreichen. Wer nicht zum (embedded) Produkt-Lieferant degradiert werden will, muß sich sowohl strukturell neu aufstellen als auch neue gesamthafte, maßgeschneiderte Lösungen für die jeweiligen Kunden anbieten. In diesen Neuen Geschäftsfeldern ergeben sich ungeahnte Chancen.
Wo ich den Vortrag schon gehalten habe